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Die Ansprüche eines
Mauerseglers an ein Gebäude als Nistplatz bestehen aus folgenden
sieben Punkten:
- Freier Anflug an die Landestelle am Haus.
- Senkrechte Landestelle am Haus, an der sich Mauersegler festhalten
können.
- Einschlupfmöglichkeit direkt über der Landestelle, durch die
die Mauersegler in einen Hohlraum klettern oder direkt einfliegen
können.
- Durchschlupf von diesem Hohlraum in den Zugang zum Nistplatz.
- Der Zugang zum Nistplatz kann von unten, von oben oder geradeaus
erfolgen. Er kann wenige Zentimeter bis anderthalb Meter lang
sein. Die Mauersegler kommen mit Hilfe ihrer Füsse und Flügel
vorwärts.
- Nistplatz in einem genügend grossen Hohlraum bzw. mit einem
Element, auf dem das Nest angelegt wird (z.B. Ziegelleiste). Mauersegler
bevorzugen dunkle Nistbereiche.
- Freier Abflug! Das Einschlupfloch muss mindestens 4 bis 6 Meter
über Boden sein. Die Mauersegler lassen sich aus der Höhe in die
Tiefe fallen und breiten dabei die Flügel für den Weiterflug aus.
Ist das Einschlupfloch in der Dachschräge (z.B. Lüftungsziegel),
muss das Dach steiler als 45 Grad sein.
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Grundbedürfnisse des Mauerseglers
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Die bauliche Umsetzung stellt sicher, dass die
Grundbedürfnisse der Mauersegler berücksichtigt werden. Das heisst,
dass die Segler anfliegen, landen, einschlüpfen, durchschlüpfen und nisten
können und dass sie umgekehrt vom Nest wieder zum Ein-/Ausschlupf gelangen
und abfliegen können.
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Anflug:
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Hindernisfrei: Das heisst, unmittelbar vor der Landestelle / dem
Einschlupf keinen Baum, keine Baumkrone, kein Gerüst, keine Drähte,
keine Dachrinne, keine Mauervorsprünge. Einflug so platzieren, dass
er z.B. genau in der Lücke zwischen zwei Bäumen zu liegen kommt.
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Landestelle:
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Die Fläche unmittelbar unterhalb des Einschlupfes muss rauh oder
weich sein: Rauher Verputz, Holz, fein gerippte Bleche etc. Nur
so können die Mauersegler da landen und sich festhalten.
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Einschlupf:
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3x6 cm in ovaler Form bzw. 5 cm Ø. Er kann waagrecht oder
senkrecht angeboten werden. Der Abstand zwischen zwei Einschlüpfen
muss mindestens 50 cm betragen. Jeder Einschlupf muss zu einem eigenen
Nistplatz führen.
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Durchschlupf:
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Variiert in der Grösse. 10 cm Breite und 3 cm Höhe sind aber
notwendig.
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Zugang zum Nistplatz:
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Er braucht mindestens die Grösse des Durchschlupfes. Führt der
Zugang zum Nistplatz nach unten oder oben, muss er griffig und rauh
sein, so dass Füsse und Federn Halt finden. Ist z.B. die Abschlussschicht
der Isolation des Unterdaches sehr glatt, kann eine rauhfasrige
Pavatexplatte oder ein Kunststoffgitternetz aufgelegt werden. Quert
eine Latte den Zugangsweg, muss sie einen Durchschlupf gewähren:
Der Abstand zwischen Dachlatte und Unterdach muss auf eine Breite
von 15 cm mindestens 3 cm betragen.
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Nistplatz:
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Das Nest braucht etwa den Platz von 15 x 15 cm mit einer Höhe von
ca. 12 cm. Oft erfolgt eine Brut auch auf engerem Raum. Bei starken
Neigungen z.B. auf dem Unterdach kann mit einer Latte oder etwas
Ähnlichem das Wegrutschen verhindert werden. Die Unterlage
des Nestes sollte auch rauh sein.
Von Mauerseglernistplätzen auf dem Unterdach von südexponierten
Hausdächern sollte man eher absehen, da dort sehr hohe Temperaturen
erreicht werden.
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Renovationen bzw. Umbauten von Häusern mit Mauerseglernistplätzen.
Günstiger Zeitraum für Renovationen: Januar bis
April und Mitte August bis Dezember
Dringende bauliche Massnahmen können notfalls schon
ab Mitte Juli begonnen werden, wenn die Jungen geschlüpft sind. Die Elterntiere
sind dann nur noch schwer durch Lärm etc. von der Brutpflege abzuhalten.
Doch muss der freie An- und Abflug gewährleistet sein.
Erhalten der Einschlüpfe und Nistbereiche:
Werden bestehende, langjährig genutzte Einschlüpfe verschlossen, kann
dies für die Mauersegler, die hier gebrütet und aufgewachsen sind, verhängnisvoll
sein, weil sie sich das Genick brechen können. Im Glauben, dass der Einschlupf
da ist, fliegen sie mit grosser Geschwindigkeit an und treffen mit voller
Wucht auf den verschlossenen Einschlupf.
Fachbegleitung: Konsultieren Sie bereits bei
der Planung, vor Renovationsbeginn, während der Arbeiten und kurz vor
dem Abrüsten vor Ort einen Fachmann
bzw. eine Fachfrau. Die Kosten sind nicht hoch und gut investiert.
Bei Renovationen kommt es immer wieder vor, dass für Mauersegler
wichtige Elemente verändert werden. Es ist deshalb auf Folgendes
zu achten:
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Firstziegel
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Kein Verschluss des Einflugloches durch Bleiblech etc.
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Ziegelleiste (Ortbrett)
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Kein Verschluss der Lücken durch neue Ziegel oder Ziegelleiste
etc.
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Lücke in Dachknick
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Kein Verschluss der Lücken durch Holzkeil
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Dachzusammenschluss
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Kein Verschluss des Einflugloches mit Blech
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Lüftungsziegel
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Kein Ersatz des Lüftungsziegels durch einen solchen mit Gittersatz
oder durch normalen Ziegel (Achtung: Lüftungsziegel
werden nur selten hergestellt; Alte Lüftungsziegel aufbewahren)
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Lüftungs-
schlitz
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Kein Verschluss durch Gitter
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Dachtraufe
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Kein Verschluss der Einfluglöcher
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Flachdachabschluss
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Kein Verschluss des Einflugloches bzw. kein Auffüllen der
Aussparung
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Storenkasten
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Kein Füllen der Hohlräume durch Isolationsmaterial, kein
Verschluss mit Abschlussleiste
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Fassadenelemente
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Kein Verschluss des Einflugloches bzw. kein Füllen der Hohlräume
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Kein Entfernen von Aufwölbungen und anderen Gegenständen,
die das Abrutschen des Nestes verhindern
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Kein Ersatz von dünnen Ziegelleisten,
unter denen die Mauersegler durchkriechen können, durch dicke.
Keine Ausbesserung von Lücken in Ziegellattung.
Kein Ersatz von griffigen Unterdachmaterialien
(z.B. aus Schindeln) durch glatte Materialien wie Folien. Die Mauersegler
müssen weiterhin vom Nest zur Ein-/Ausflugöffnung kriechen
können.
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Welche Gäste ‚gebetene' und welche ‚ungebetene'
Gäste sind, hängt von den einzelnen Bauherren bzw. Bauherrinnen ab. Im
Zusammenhang mit Mauerseglern werden z.B. Spatzen und Stare, Insekten,
Tauben und Mauersegler-Parasiten genannt.
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Tauben:
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Tauben können Mauerseglereinschlüpfe und
Nester nicht nutzen, weil sie zu eng sind. Mit der Schaffung von
Mauerseglernistplätzen tritt kein "Taubenproblem" auf.
Umgekehrt kann es sein, dass bei der Sanierung von ungebetenen Taubenschlägen
auch Mauerseglernistmöglichkeiten wegsaniert werden.
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Spatzen:
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Spatzen können als ungebetene Gäste empfunden werden, wenn sie
Fassaden und vor allem Fensterscheiben verkoten. Sie tragen viel
Nistmaterial ein und schaffen damit eine gewissen Unordnung. In
Gartenrestaurants oder offenen Kantinen etc. können Spatzen als
Plage empfunden werden, so dass man in nahen Gebäuden alle Spatzennester
eliminieren möchte.
Mauersegler können an solchen Nistplätzen trotzdem gefördert werden.
Dabei muss der Einschlupf so angeordnet sein, dass der Vogel senkrecht
hineinklettern muss, was die Mauersegler können, die meisten Spatzen
dagegen nicht: Einschlupföffnung waagrecht und Höhe der
Wände des Einschlupfes ca. 4-6 cm hoch.
Geeignet: Ziegelleiste, Dachtraufe (Hinter Dachtraufe, Dachuntersicht),
Fassadenelemente etc.
Eine andere Möglichkeit ist, die Einschlüpfe nur zur Zeit der Mauersegler
(Ende April bis Mitte August) offen zu halten. Dazu müssen die Einschlüpfe
leicht von Menschen erreichbar sein.
Hinweis: Spatzen und Stare können Mauersegler auf vorhandene Nistplätze
aufmerksam machen. Mauersegler vertreiben dann diese Vögel oft aus
deren Nestern.
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Insekten:
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Insbesondere Wespen können problematisch sein. Gegen Insekten
werden an einigen Stellen im Haus, z.B. im Dachtraufenbereich Insektengitter
routinemässig angebracht. Diese Gitter können aber den Wespen
und anderen Insekten die Zugänge zu den Hohlräumen in einem Dach
nicht wirklich verwehren, denn ein Dach weist sehr viele kleine
Öffnungen auf.
Ein Haus mit Mauersegler-Nisplätzern weist nicht mehr Wespen oder
andere Insekten auf, als ein Haus ohne Mauersegler-Nistplätze.
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Parasiten:
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Auf Mauerseglern leben immer wieder Parasiten, die sich auf Mauersegler
spezialisiert haben. Im Normalfall treten diese für Menschen nicht
in Erscheinung. Eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass sich Parasiten
in eine Wohnung verirren, ist gegeben, wenn z.B. ein Nistplatz direkt
über einem Fenster liegt. In diesem Fall kann ein Nistkasten etwas
weiter weg vom Fenster und der Verschluss des alten Nistplatzes
Abhilfe schaffen.
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Weitere Hinweise zur Optimierung:
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Nicht über Fenstern:
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Platzieren Sie Landestelle und Einschlupf nicht über Fenstern,
sondern wenn möglich über geschlossenen Wandstücken, d.h. z.B. zwischen
Fenstern.
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Nicht über Gartensitzplatz:
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Obwohl Mauersegler kaum Kotspuren hinterlassen, werden so potentielle
Konflikte vermieden, z.B. falls Spatzen einziehen und herunterfallendes
Nistmaterial und Kot den Gartensitzplatz beeinträchtigen.
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Erfolg:
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Mit dem Bauen und Anbieten von Nistplätzen für Mauersegler ist
noch nicht garantiert, dass diese gleich benutzt werden. Die Tiere
müssen die Einschlüpfe finden. Man kann ihnen aber keine Wegweiser
bauen. Es kann durchaus vorkommen, dass ein Nistplatz nie angenommen
wird. Vielleicht ist ein negativer Faktor vorhanden, den wir nicht
erkannt haben: Deshalb ist es sinnvoll, ein Überangebot zu
schaffen.
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